Die Montagsfrage #141 – Sollten Verlage/Autoren von Buchmessen ausgeschlossen werden können?

Irgendwie ist mir zu den Montagsfragen der letzten Wochen nicht wirklich etwas sinnvolles eingefallen. Ich habe sie alle gelesen und auch bei anderen mitverfolgt, aber irgendwie ist die Frage dann wieder aus meinem Fokus verschwunden. Diese Woche nun hat mich Antonia von lauter und leise erwischt. Wir hatten dieses Frage letzte Woche auch bei der Büchereule, daher reift meine Meinung dazu schon ein paar Tage. Zumindestens unterbewusst.

Die Montagsfrage #141 – Sollten Verlage/Autoren von Buchmessen ausgeschlossen werden können?

Die Frage bezieht sich darauf, dass die schwarze Comedian und Autorin Jasmina Kuhnke einen Live Auftritt auf der Buchmesse abgesagt hat, da sie sich selbst nicht sicher genug fühlte um auf der Messe auftreten zu können. Der Hintergrund dazu war, dass der Besitzer eines rechtsradikalen Verlages, der auch auf der Buchmesse austellen würde, bereits im Vorfeld öffentlich ihre Abschiebung gefordert hatte und sie auch anderweitig immer wieder von Rechtsradikalen zum Teil auch mit dem Tod bedroht wird.

Der erste Gedanke war: Ja klar, warum denn nicht…. Der zweite: Aber was ist mit Meinungsfreiheit und Diversität? Nur weil ich der Meinung bin, das ein Verlag das falsche Gedankengut verbreitet, muss man ihn ja noch nicht ausschliessen.

Aber: wenn Menschen mit dem Tod und in ihrer körperlichen Unversehrheit bedroht werden, muss Schluß sein mit der Toleranz. Wenn man hier nicht einen Strich zieht, wo denn dann? Die Argumentation, dass man politisch neutral auftreten wolle, mag ja schön und gut sein, aber bei manchen Themen muss man einfach auch mal Stellung beziehen und gerade beim rechtsradikalen Gedankengut sollte man nicht einfach wegschauen und so tun, als würden diese Menschen einfach nur reden. Leider hat die Vergangenheit gezeigt, dass sie erst bellen und dann auch beissen.

Rein rechtlich sollte ein Ausschluß ja nun kein Problem sein, als Veranstalter habe ich das Hausrecht und entscheide daher selbst, wen ich ausstellen lasse und wen nicht.

Was hier signalisiert wurde finde ich falsch. Jasmina Kuhnke wird mit der Entscheidung, den Verlag nicht auszuladen, signalisiert, dass die persönliche Bedrohung ihrer Person nicht wichtig genug ist um auf den rechtsradikalen Verlag als Austeller zu verzichten. Profit vor Mensch? Geht gar nicht!

Schade eigentlich dass dieser Vorfall die Buchmesse dieses Jahr so dominiert hat. Der Verlag, der meist ja nicht einmal genannt wird hat trotz allem eine Publicity bekommen, die eher den Hauptdarstellern dieser Veranstaltung zu Gute hätte kommen sollen, den Büchern und deren Autoren aus aller Welt, die sich für Toleranz und Diversität in ihren Büchern aussprechen.

Wie steht ihr denn zu dem Thema?

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