Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden – Hédi Fried

Kurzbeschreibung (Verlag):

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»Es gibt keine dummen oder verbotenen Fragen, nur Fragen, auf die es keine Antworten gibt.« Hédi Fried

Seit über dreißig Jahren besucht Hédi Fried weiterführende Schulen und Universitäten in Schweden, um über den Holocaust, Antisemitismus und Rassismus zu sprechen. Sie ist eine der wenigen Überlebenden, die noch Zeugnis ablegen können. 1944 wurde sie zwanzigjährig nach Auschwitz deportiert. Nach ihrer Befreiung zog sie gemeinsam mit ihrer Schwester, der einzigen anderen Überlebenden ihrer Familie, nach Schweden, wo sie heute noch lebt.
Auf die direkten Fragen der jungen Erwachsenen antwortet sie ebenso konkret und offen wie eindringlich und weise. Sie berichtet von dem Tag, an dem ihre Familie aus ihrer Heimatstadt deportiert wurde, von der Zeit im Lager und dem Leben danach. Es gelingt ihr, einen Eindruck davon zu geben, was der Holocaust für die Verfolgten tatsächlich bedeutete. Gerade im Konkreten wird das Grauen ein Stück weit greifbar, rücken die unvorstellbaren Ereignisse näher an uns heran. Es wird deutlich, dass das, was einmal geschehen ist, wieder passieren könnte.

Zur Autorin (Verlag):

Hédi Fried,geboren 1924 in der rumänischen Stadt Sighet, ist Psychologin und Autorin. Sie überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen und immigrierte 1945 gemeinsam mit ihrer Schwester nach Schweden. Für ihre Bücher und ihr Engagement wurde sie mit zahlreichen Ehrungen bedacht, u. a. dem Raoul-Wallenberg-Preis, der Illis-Quorum-Medaille, dem Orden Stern von Rumänien und dem Verdienstkreuz Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Meine Meinung:

Hédi Fried hat Auschwitz und Bergen-Belsen überlebt. Zusammen mit ihrer Schwester kam sie nach dem Krieg nach Schweden, wo sie den Rest ihres Lebens verbringen konnte. Seit Beginn der achtziger Jahre hält Hédi immer wieder Vorträge an Schulen, über das ws ihr wiederfahren ist. In diesem Buch sammelt sie nun die Fragen, die ihr am häufigsten nach diesen Vorträgen gestellt wurden. Dabei geht es um Fragen über ihre Zeit zu Hause, die Zeit in den Lagern und über das Leben danach. Hédi beantwortet diese Fragen fast nüchtern, ohne jede Sentimentalität. Man merkt, dass sie sich schon lange mit diesen Fragen auseinandergesetzt hat und sie vieles durch ihre Vorträge auch verarbeitet hat. Sie sagt selbst, sie wären so etwas wie Trauma Verarbeitung für sie gewesen. Niemals hebt sie den Finger oder klagt an. Sie erklärt, wie es zu Vorurteilen und Ungerechtigkeiten kommen kann und wie wichtig es ist, sich klar zu sein, dass man auch selbst nie frei von Vorurteilen ist. Und sie weist immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, nicht zu vergessen. Nur was nicht vergessen ist, kann verhindert werden.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt, Hédi Fried ist ein grundsätzlich optimistischer Mensch. Trotz wieder aufflammenden Antisemitismus und Anfeindungen glaubt sie fest daran, dass wir es schaffen können, so etwas wie den Holocaust zu verhindern. Mit ihren 96 Jahren ist sie immer noch unterwegs um das, was sie erlebt hat immer wieder weiter zugeben. Ein wichtiger Beitrag das Schicksal der damals Verfolgten niemals vergessen zu lassen.

8 von 10 Punkte


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Das Buch beim Verlag (inkl. Leseprobe)

Herzlichen Dank an NetGalley und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Produktinformation (Amazon):

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (19. August 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832183922
  • ISBN-13: 978-3832183929
  • ASIN: B07QTCHDF1
  • Originaltitel: Frågor jag fått om Förintelsen

 

2 Kommentare zu „Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden – Hédi Fried

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